Luft-Boxer

Die Seite für Freunde der luftgekühlten Boxermotoren

Luft-Boxer  -  nicht etwa Schattenboxer sind gemeint. Aber die Assoziation mit dem Boxsport kommt schon nicht von ungefähr, doch davon später. Hier geht es um den luftgekühlten Boxermotor, wie er in der Vergangenheit und bis heute (Stand 2013) als Antriebsaggregat für Kraftfahrzeuge Verwendung fand und findet, etwa in folgenden Fahrzeugen:

  • VW Typ 1 (Käfer) und Abkömmlinge (VW 181, 147 „Fridolin“,...)
  • VW Typ 2 (Bulli) bis Ende 1982 (T3a) (seit T3b „Wasser-Boxer“, ab T4 Reihenmotoren) - Ausnahme: „T2c“ aus Brasilien mit wassergekühltem 4-Zylinder-Reihenmotor
  • VW Typ 3 (VW 1500/1600)
  • VW Typ 4 (VW 411/412)
  • Porsche 356
  • Porsche 911 bis 1998 (Porsche 993)
  • Citroen 2 CV (Ente) und Abkömmlinge (Diane, Ami 6,...)
  • BMW-Motorräder der „R“-Baureihen über die gesamte Modellgeschichte (die R 1200 GS des Baujahrs 2013 ist die erste BMW mit „Wasser-Boxer“), mit Ausnahme der Einzylindermaschinen der frühen Jahre
  • BMW 600 und 700 (mit Motorrad-Motoren)
  • einige Klein- und Leichtflugzeuge (z. B. mit BMW-Vierventil-Motorrad- Motoren, aber auch mit VW-Typ-1-Motoren)
  • einige Kleinhubschrauber (ebenfalls zumeist mit VW-Typ-1-Motoren).

Der Boxermotor ist ein Flachmotor (engl. „flat engine“). Auch wenn in Deutschland dieser Begriff im engeren Sinne für den Typ-4-Motor von VW steht, da ihm der Dom-artige Luftfilterkasten der VW-Boxer der ersten Generation (Käfermotor) fehlt und er deshalb in flachere Motorkompartimente passte, soll der Begriff hier allgemein für den Boxer stehen. Tatsächlich sind einige Boxermotoren alles andere als „flach“ - nicht nur der Typ-1-Motor, wie schon erwähnt, sondern auch die 2-Zylinder-Boxer aus dem Hause BMW (bei denen allerdings im „Dom“ nicht nur der Luftfilter, sondern auch die Lichtmaschine Platz finden).


Die Besonderheit des Boxermotors besteht in der Anordnung der Zylinder zueinander. Stehen beim Reihenmotor alle Zylinder in einer Reihe, so öffnet sich der Zylinderwinkel etwa beim V-Motor: es entstehen (zumindest bei mehr als zwei Zylindern) zwei „Zylinderbänke“, die in definiertem Winkel zu einander stehen und sich eine gemeinsame Kurbelwelle teilen. Beträgt der Winkel 180°, so baut der Motor flach, und die Zylinderbänke stehen sich direkt gegenüber. Der Boxermotor ist aber nicht etwa einfach ein 180°-V-Motor. Teilen sich beim 180°-V-Motor die Pleuel zweier gegenüberliegender Zylinder einen gemeinsamen Hubzapfen auf der Kurbelwelle (und laufen demzufolge die beiden Kolben parallel zueinander), so haben die beiden Pleuel beim Boxermotor jeweils eigene, um 180° versetzte Hubzapfen, so dass sich beide Kolben immer voneinander weg oder aufeinander zu bewegen - ganz wie die Fäuste eines Boxers, der sich warm macht oder auf den Kampf vorbereitet, bzw. beim „Posen“.

Boxermotoren sind heute immer noch durchaus beliebte Antriebs- aggregate. Aktuelle Hersteller sind etwa BMW Motorrad, Porsche und Subaru. Allen gemeinsam ist aber, dass sie entweder bereits seit langem, oder aber zumindest zukünftig nur moderne wassergekühlte Motoren produzieren, die aktuellen und zukünftigen Emissionsbestimmungen genügen. Die Einfachheit und Robustheit, vor allem aber der spezielle Charme gehen damit eindeutig verloren. Und so gibt es heute immer mehr Menschen, die sich der Pflege und Bewegung historischer Luftgekühlter verschrieben haben.


Eigentlich geht es auf diesen Seiten also nicht um Technik des Luft-Boxers, und schon gar nicht um den Motor allein. Hier geht es um die Faszination, die die Fahrzeuge mit diesem Motor immer noch auslösen, und wie diese Faszination zur Liebhaberei werden und Menschen zusammenbringen kann.

Genug also von der Technik, auf den folgenden Seiten berichten Insassen klassicher Luftgekühlter von ihren Schätzchen.

EIN WENIG ZUR TECHNIK


Letzte Änderung 19.04.2013